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    <title>Alexander Merz - Leben</title>
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    <pubDate>Tue, 13 Sep 2011 19:03:20 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Alexander Merz - Leben - </title>
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    <title>Meine Handwerkerdrama</title>
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            <category>Leben</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Alexander Merz)</author>
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    &lt;p&gt;
Nach dem ich halb sieb wieder aufgewacht bin, konnte ich noch gemütlich duschen und Kaffee machen. Soweit war es ganz angenehm. Dann kam Herr Dingsda.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Er sagte an, er wolle den Wasserzähler wechseln. So werkelte also vor sich hin, ich saß gemütlich am Computer. Die Welt war schön. Das Einhorn grasste friedlich hinterm Haus.
Nach einer Viertelstunde werkeln kam er zu mir, hielt ein Formular hin, dass ich bitte unterschreiben möge. Er wies mich darauf hin, dass er das Absperrventil nicht wechseln könnte, obwohl das kaputt sei.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Er wieder raus. Ich beginne alles zusammen zu packen und ins Büro aufzubrechen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Da klingelt es noch mal.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Vor der Tür: Noch mal zwei Monteure. &lt;quote&gt;War denn der Herr Dingsda schon da?&lt;/quote&gt;. Ich so: &lt;quote&gt;Ja&lt;/quote&gt;. Darauf guckten sich die beiden vielsagend und leicht genervt an. &lt;quote&gt;Wir wechseln das Absperrventil&lt;/quote&gt;. Ich gucke mein imaginäres Einhorn leicht irritiert an, weil sonst keiner zum irritierten Angucken da ist und lasse die beiden hinein.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Beide legen los und Nr. 2 geht raus, weil er den Herr Dingsda im Haus suchen will. Nr. 1 werkelt weiter vor sich hin. Ich beginne mich zu langweilen. Schließlich ist mein Laptop längst eingepackt. Ich zappe ständig durch die Kanäle und das Einhorn ist schon vollkommen genervt davon.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nr. 2 kommt irgendwann wieder und teilt stolz mit, der Herr Dingsda käme dann noch mal runter.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nr. 1 und Nr. 2 werkeln insgesamt 20 min lang rum. Schließlich verabschieden sie sich. Unterschreiben muss ich nix.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Noch mal 10min später…. Der Herr Dingsda klingelt! Etwas betreten teilt er mir mit, er wolle noch mal an der Wasseruhr rumfummeln. Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hat er sich eingemacht, die Hose sieht aber trocken aus. Da das Einhorn heute mit Haushaltskram dran ist, holt es sicherheitshalber schon mal den Mopp für alle Fälle.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Der Herr Dingsda dreht irgendwas, mal quietscht, mal zirpt es. Aber schiessen tut keiner. 5 Minuten später schließlich verkündet er fertig zu sein. Ich verabschiede ihn. Das Einhorn kümmert sich längst wieder um die Schnittblumen im Hof und ich rüstete mich, um ins Büro zu starten.
&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 13 Sep 2011 21:03:20 +0200</pubDate>
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    <title>Mein Roman und Ich</title>
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            <category>Leben</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Alexander Merz)</author>
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    &lt;p&gt;
Sie, der Leser, hat es einfach. Sie blättern das Buch auf, schlagen die Schutzseite um, die Titelei findet beim ersten Lesen keine Beachtung, die Danksagung für Ihnen unbekannte Menschen nehmen Sie vielleicht interessiert zur Kenntnis, das mögliche Vorwort wird übersprungen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und dann beginnt sie: Die Geschichte. Das ist praktisch. Buchhandlungen würden Aktenarchiven gleichen, wenn Literatur eine Folge von aufeinander folgenden und auf einander aufbauenden Loseblattsammlungen wären, sagen wir, wie Steuerratgeber.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Die eigene Geburt ist die erste Seite der eigenen Geschichte. Aber nicht jene des Buches selbst, welches die Geschichte enthält. Wir können das Vorwort als die neun Monate ansetzen, in denen Ihre Mutter schwanger war; die Danksagung enspricht den Akt Ihrer Zeugung; und die Titelei die Zeit, in denen Ihre Eltern noch mehr oder weniger auf getrennten Wegen gingen. Die Schutzseite gleicht der grauen Vorzeit Ihrer Großeltern und Urgroßeltern und Ur-Urgroßeltern.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Sie können diese Seiten heraus reisen. Das Buch würde zerfleddert und geschändet. Ihre Geschichte wäre zwar noch intakt, aber Sie wüssten dann nicht einmal mehr, wie Ihre Geschichte heisst und wer sie geschrieben hat, wenn Sie nicht auf einen unversehrten Schutzeinschlag und Einband achten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ein Autor sieht das Buch noch nicht. Er kann keine erste Seite einfach umschlagen. Für ihn beginnt die Geschichte notgedrungen irgendwo anders. Schlimmer noch, er muss aus den unendlichen Geschichten eine auswählen, über die er schreiben will.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Beginnen wir mit einem grünen T-Shirt. Einem grünen T-Shirt, dass er unserem Protagonisten anzieht. Per Münzwurf entscheiden wir, dass es ein Mann sein soll. Damit halbieren wir die Anzahl der unendlichen Geschichten, die wir erzählen können.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nun würde kein Mann mit Geschmack ein grünes T-Shirt kaufen, geschweige denn anziehen. Also muss es dafür einen Grund geben. Der Grund oder die Art des Erwerbs kann zu einer Geschichte führen. Möglicherweise das Geschenk der geschmacksverwirrten Freundin – was sofort ein bezeichnendes Licht auch auf das Aussehen unseren Protagonisten werfen könnte. Oder es stammt aus einer Kleiderspende, womit wir die finanziellen und sonstigen Lebensumstände bereits deutlich festlegen würde.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Bleibt die Frage, warum er es ausgerechnet jetzt tragen soll. Viele Familien-Dramen beginnen mit kaputten Waschmaschinen und vollen Schmutzwäsche- Körben, warum nicht auch diese – dann dichten wir unserem Protagonisten aber auch sofort eine Familie an den Hals. Oder er zieht gerade um, und weil er eben doch stilbewusst ist, zieht er genau dieses an. Denn das darf verdrecken und verschleissen beim Möbelschleppen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ist er Raucher oder nicht? Nach neuer Gesetzeslage darf nicht überall geraucht werden. Wichtige Szenen müssen bei einem Raucher aber von Zigarettenqualm begleitet werden. Damit fallen romantisch-dramatische Besuche im Restaurant für eine Raucher aus. Also Nichtraucher?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Auf der anderen Seite ist eine Zigarette auch ein unglaublich mächtiges Symbol. Eine Zigarette eignet sich um einen Dialog zu beginnen – und – eine lange Nacht abzuschliessen. Machen wir unserem Protagonisten zum Raucher! Zum Nichtraucher kann er während der Geschichte noch werden, dazu reicht ein simpler Satz.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Allein aus der Konstellation grünes T-Shirt und Zigarette können wir eine große Zahl an Geschichten würfeln und kombinieren. Doch wenn wir unseren Protagonisten in den westlichen Kulturkreis verorten, benötigen wir noch mehr Accessoires. Und das sollten wir, es macht uns die Arbeit ausnahmsweise einfacher. Zumindest eine Unterhose sollten wir ihm noch geben. Und hier fangen wieder die Schwierigkeiten wie beim T-Shirt an! Schnitt, Form, Farbe, Pflegezustand, Herkunft! Soviel festzulegen. Je mehr wir aber festlegen, desto vorhersehbarer wird die Geschichte. Erzählen wir dem Leser, welche Unterhose er trägt, kann er den Verlauf der Geschichte möglicherweise erraten, langweilt sich und legt unsere Geschichte nach zwei Seiten weg. Machen wir also einen scharfen Strich mit dem Schwert. Nein, wir werden nicht den Unterleib unseres Protagonisten abschneiden. Ich hoffe Feministen verzeihen mir. Aber wir legen fest, dass die Unterhose für unsere Geschichte keine Rolle spielen darf. 
&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 03 Mar 2011 20:37:18 +0100</pubDate>
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